Interessante Motorrad-Urteile

Eine böse Überraschung erlebte jüngst der Verkäufer eines Motorrads vor dem Landgericht Karlsruhe, Az: 6 O 375/12, Adajur-Doc.: 102380.

Der Verkäufer beantwortete dem Käufer beim Kauf des Bikes die Frage nach der Anzahl der Vorbesitzer des Motorrads mit 0. Er wollte damit – so erklärte er es jedenfalls später – ausdrücken, dass das Motorrad in Deutschland noch nicht zugelassen gewesen war bzw. in Deutschland keinen Vorbesitzer gehabt habe.

Tatsächlich war das Motorrad in der Vergangenheit aber schon im Ausland zugelassen.

Als der Käufer dies später merkte wollte er den Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten. Da der Verkäufer dies verweigerte, kam die Sache letztlich vor Gericht. Das Landgericht kam hier schließlich zu dem Ergebnis, dass die Formulierung „Vorbesitzer 0“ nicht auslegungsfähig ist und absolut wörtlich zu nehmen ist. Weicht die Wirklichkeit hiervon ab, so hat der Käufer alle Rechte zur Anfechtung des Kaufs.

Auf Grund dieses Urteils ist es jedem Verkäufer eines Motorrads dringend anzuraten, nur absolut zutreffende Angaben zu den Vorbesitzern zu machen und im Zweifelsfall lieber keine entsprechende Erklärung abzugeben.

Quelle: ADAC

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